nach Francesco Mazzola, genannt Parmigianino

Die Häutung des Marsyas

Erste Hälfte 16. Jhd., Feder und Tusche, laviert mit weißer Gouache gehöht | Papier

Losnummer: 3_063

Startpreis: 500,00 € Schätzpreis: 700,00 €

Beschreibung
Nach der motivgleichen Tuschfeder von Parmigianino von 1526. -Stiche - Apollo mit gefülltem Köcher auf dem Rücken und Bogen in der Hand weist mit erhobener Hand auf den an die Fichte kopfüber gehängten Satyr Marsyas, der bereits von einem Gehilfen bei lebendigem Leib gehäutet wird als Strafe, dass er Apollo zum musikalischen Wettkampf herausforderte. Am unteren Bildrand liegt noch Apollos Kithara. Daneben findet sich in Parmigianinos Zeichnung auch die Panflöte. Auch die ovale Umradung wurde motivisch übernommen.
Beschriftung
Am unteren Rand in brauner Feder handschriftlich bezeichnet "Invenzione di Fran.co Mazzola Parmegiano".
Maße
23,2 x 16,5 cm (Träger 37,3 x 29,3 cm)

Zustand
Das Blatt ist an den oberen Ecken auf einen Träger montiert. Teils mit alt hinterlegten Fehlstellen (v.a. im linken unteren Eck) bzw. hinterlegten Randeinrissen. Oberfläche leicht angeschmutzt. Das Papier an wenigen Stellen ausgedünnt. Die Zeichnung konturiert.
Provenienz
Aus sächsischem Privatbesitz.

Vita nach Francesco Mazzola, genannt Parmigianino

Francesco Mazzola, genannt Parmigianino (geboren 1503 in Parma; gestorben 1540 in Casalmaggiore) war ein italienischer Maler. 1522 und 1523 erste Arbeiten in Parma und in Rocca di Fontanellato mythologische Themen, bevor er 1524 in Rom eintrifft, wo er bis zum Sacco di Roma 1527 lernt und arbeitet.  Aus dieser frühen Zeit bereits stammt auch das bekannte Selbstportrait des Künstlers im gewölbten Spiegel, das heute in Wien hängt. Papst Clemens VII. bewundert die beispiellosen Fertigkeiten des jungen Künstlers genauso wie noch heute die Museumsbesucher. Aus Rom nimmt Parmigianino zwei Eigenheiten seiner Kunst mit: von Michelangelo inspiriert die Verwindung seiner Figuren, von Raffael aber ihre innere Ruhe. Typisch manieristisch zeigt sich seine Kunst in der Übertragung eines Bildes aus der Vorstellungswelt des Künstlers auf die Leinwand - einer expressionistischen Auffassung also statt einer idealisierten Naturwiedergabe, wie sie die Künstler der Renaissance praktizierten. Das Ergebnis sind zum Teil überlängte Körper und raffiniert dynamisierte Kompositionen. Im Jahr der Plünderung Roms durch die Truppen des Kaisers, 1527, wandert Parmigianino nach Bologna, wo er unter Anderem ein bekanntes allegorisches Portrait von Karl V. schafft. 1531 zieht es ihn zurück nach Parma. Dort malt er ab 1535 an der Apsiskuppel der Kirche Santa Maria della Steccata und studiert intensiv die Alchemie. Weil sich durch seine Experimente die Arbeiten in der Kirche verzögern, wird er 1539 schließlich vom Klerus gefeuert. Dem Zorn versucht er durch Übersiedelung ins nahe Casalmaggiore zu entgehen. Dort stirbt Parmigianino, der Kleine aus Parma, am 24. August 1540 mit nur 37 Jahren. Seine letzte Leidenschaft, die Alchemie, scheint ihn gesundheitlich stark geschwächt zu haben; der unerfüllte Vertrag mit der Kirche stellte eine schwere Bürde dar. 1550 erscheinen erstmals die Künstlerviten Vasaris, in denen auch das Leben des Parmigianino erzählt wird. Obwohl auch Vasari Kritik am Abgleiten des Malers in die Welt der alchemistischen Geheimnisse übt, so preist er ihn doch als den wahren Nachfolger der hohen Kunst Raffaels. Eine große Ausstellung, die 2003 in Wien und Parma des 500. Geburtstages Parmigianinos gedenkt, bestätigt diese Einschätzung und feiert den Künstler als hervorragendsten Meister der manieristischen Kunst.

Kontaktdaten
Frage zum Los

Die Auktion findet am Samstag, den 14. März 2026 um 14 Uhr in den Räumlichkeiten von Irrgang Fine Arts, Friedrichstraße 232, 10969 Berlin statt. Alle Lose werden vom 2. bis zum 13. März am selben Ort zur Vorbesichtigung ausgestellt. Seien Sie herzlich zum Empfang am 27. Februar um 17 Uhr und anschließend von Montag bis Freitag zwischen 11 und 17 Uhr eingeladen, sich die Objekte persönlich anzuschauen. Bitte beachten Sie, dass bei grafischen Arbeiten auf Papier eine Terminabsprache unter Angabe der Losnummern, die von Interesse sind, erforderlich ist. Schreiben Sie uns dafür gerne eine Email an auktionshaus@flanelsago.de – unser Team stellt die entsprechenden Blätter dann zur Besichtigung bereit und steht Ihnen auch sonst gerne bei Fragen zur Verfügung.

Sie haben folgende Möglichkeiten an der Auktion teilzunehmen:

Persönliches Bieten

Während der Auktion geben Sie Ihre Gebote in unseren Räumlichkeiten direkt an den Auktionator ab. Um persönlich an der Auktion teilnehmen zu können registrieren Sie sich vor der Auktion mit einem gültigen Personalausweis oder Reisepass und erhalten dann eine Bieternummer. Eine Teilnahme an der Auktion ohne Bieternummer ist nicht möglich. Aufgrund limitierter Sitzplätze im Saal bitten wir Sie, sich bis spätestens 24 Stunden vor der Auktion bei uns unter auktionshaus@flanelsago.de anzumelden. 

Schriftliches Bieten (Vorgebote)

Gerne nehmen wir Ihre Gebote auch schon vor der Auktion schriftlich entgegen. Schreiben Sie uns dafür bis spätestens 24 Stunden vor der Auktion eine Email an auktionshaus@flanelsago.de mit folgenden Angaben: Name, Adresse, Telefonnummer, Losnummer sowie Ihrem Höchstgebot. Bitte fügen Sie eine Kopie Ihres Ausweises an. Ihre Höchstgebote werden während der Auktion nur so weit wahrgenommen, wie es der Gang der Versteigerung notwendig macht.

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Über unsere Partnerplattform Lot-Issimo (Auction Technology Group German GmbH) können Sie online an der Auktion teilnehmen. Bei Geboten über Lot-tissimo berechnen wir das gleiche Aufgeld wie im Saal. Bitte beachten Sie, dass Sie sich für das Online-Bieten bis spätestens 24 Stunden vor der Auktion registrieren müssen. Dafür benötigen wir eine Kopie eines gültigen Personalausweises.

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Bei unseren Auktionen fällt zusätzlich zum Hammerpreis ein Aufgeld in Höhe von 25% zuzüglich 19% Mehrwehrtsteuer an.

Über die Auktion

3. Auktion, Samstag 14. März 2026 | 14:00 Uhr
Friedrichstraße 232, 10969 Berlin

Einen Schwerpunkt dieser Auktion bilden Fotografien von Jean Tinguely und seinen Werken, eines der raren abstrakten Fotogramme der surrealistischen Lyrikerin Anneliese Hager und Sammlungen von Albuminabzügen Giorgio Sommers und Wilhelm Plüschows. Herausragend und selten auf dem Auktionsmarkt sind Zeichnungen der Dresdner Malerin Paula Lauenstein. Eines ihrer eindrucksvollen Selbstbildnisse wird angeboten. Das Gemälde einer impressionistisch lichtdurchfluteten Szene am Hamburger Freihafen mit viel Rauch und Sonnenlicht des Malers Ulrich Hübner bildet einen weiteren Höhepunkt der Versteigerung. Auch mehrere qualitative Tuschezeichnungen des 18. Jahrhunderts, darunter eine Landschaftsvorstudie mit überhängendem Felsen von Johann Georg von Dillis, sowie satte japanische Farbholzschnitte stehen zur Offerte. Mit dem kunstvoll gestickten Haussegen und den darauf applizierten Bildnissen der ersten Sozialdemokraten August Bebel und Wilhelm Liebknecht sowie mit einer Reihe an Autogrammen sowjetischer Kosmonauten (darunter einige von Juri Gagarin) zieht ein Stück Geschichte in die Auktion ein. Ein weiteres Highlight bilden einige Lots aus dem Nachlass des Generalintendanten der Sächsischen Staatstheater Alfred Reucker, darunter eine Mappe mit Bühnenbildentwürfen für die Uraufführung von Richard Strauss` Oper "Intermezzo".