Unbekannter Hersteller

Wilhelm Liebknecht

Proletarischer Haussegen/ Stickbild

um 1900, Stickerei | Textil und Galalith

Losnummer: 3_128

Verkauft für: 562,00 €
inkl. Aufgeld

Beschriftung
Verso mit Klebchen, darauf handschriftlich in blauer Tinte bezeichnet "Wilhelm Liebknecht August Bebel Eisenach 1869". Darunter ein Stempel der Kunst- und Buchhandlung B. Philipp Chemnitz.
Kontext
Memorabilia
Inhalt
Gerahmtes Stickbild bzw. Haussegen mit den Porträtreliefs der Sozialdemokraten Wilhelm Liebknecht und August Bebel sowie dem Spruch "Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit. Seid einig so werdet Ihr stark sein".
Maße
40,5 x 30 cm (48,5 x 38,5 cm)

Zustand
Unausgerahmt beschrieben. Die Stickerei aus rotem Samt, grünem und goldenem Faden, die Porträtreliefs aus Galalith intakt. Der Stickgrund stellenweise grünlich eingefärbt, gebräunt, etwas angeschmutzt und montagebedingt etwas wellig. Der Rahmen teilvergoldet, in den Vertiefungen etwas angestaubt, in den Kanten berieben und bestoßen, verso Montagereste und Drahtaufhängung. Summa in gutem Zustand.
Provenienz
Aus Berliner Privatbesitz.

Vita August Bebel

August Bebel (geboren 1840 in Deutz bei Köln, gestorben 1913 in Passugg, Schweiz) war ein deutscher Politiker und einer der führenden Begründer der deutschen Sozialdemokratie. Er stammte aus einfachen Verhältnissen und erhielt keine akademische Ausbildung. Nach dem frühen Tod seines Vaters absolvierte er eine Handwerkslehre als Drechsler, die er 1858 abschloss. Parallel dazu betrieb Bebel intensive Selbstbildung, eignete sich Kenntnisse in Geschichte, Politik und Ökonomie an und engagierte sich früh in Arbeiterbildungsvereinen, die für seine politische Entwicklung prägend waren. In den 1860er Jahren wandte sich Bebel zunehmend der Politik zu. Gemeinsam mit Wilhelm Liebknecht gründete er 1869 die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP), die 1875 in der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands aufging und später zur SPD wurde. Bebel entwickelte sich zu einem der wichtigsten Organisatoren, Redner und Strategen der Partei. Als langjähriges Mitglied des Reichstags vertrat er konsequent sozialistische Positionen, lehnte Militarismus und imperialistische Politik ab und setzte sich für demokratische Rechte sowie soziale Reformen ein. Während der Zeit der Sozialistengesetze (1878–1890) war Bebel wiederholt inhaftiert und politisch verfolgt, blieb jedoch die zentrale Integrationsfigur der Partei. Zu seinen wichtigsten politischen Leistungen zählen die Festigung der Partei als Massenorganisation, ihre ideologische Ausrichtung auf den Marxismus sowie seine programmatische Arbeit, insbesondere im Bereich der Arbeiterrechte und der Gleichstellung der Frau.

Vita Wilhelm Liebknecht

Wilhelm Liebknecht (geboren 1826 in Gießen, gestorben 1900 in Berlin) war ein deutscher Politiker, Publizist und einer der Begründer der organisierten sozialdemokratischen Bewegung in Deutschland. Nach dem Besuch des Gymnasiums studierte er Philologie, Philosophie und Geschichte an den Universitäten Gießen, Marburg und Berlin. Sein Studium schloss er nicht regulär ab, da er sich früh politisch engagierte und 1848 aktiv an der Revolution von 1848/49 teilnahm, was zu Verfolgung und Exil führte. Im Schweizer und später im Londoner Exil kam Liebknecht in engen Kontakt mit Karl Marx und Friedrich Engels, deren sozialistische Theorie seine politische Ausrichtung nachhaltig prägte. Diese Jahre ersetzten eine formale Ausbildung durch intensive theoretische Selbstbildung und politische Praxis im internationalen Arbeiterbewegungsmilieu. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland 1862 wirkte Liebknecht als Journalist und politischer Organisator. 1869 gründete er gemeinsam mit August Bebel die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP), die sich 1875 mit dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (ab 1890 SPD) vereinigte. Liebknecht war mehrfach Mitglied des Reichstags, wo er als konsequenter Vertreter des Marxismus auftrat, insbesondere durch seine Ablehnung des preußischen Militarismus und der Kriegspolitik. Wegen seiner politischen Überzeugungen wurde er wiederholt verurteilt und inhaftiert.

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Über die Auktion

3. Auktion,

Einen Schwerpunkt dieser Auktion bilden Fotografien von Jean Tinguely und seinen Werken, eines der raren abstrakten Fotogramme der surrealistischen Lyrikerin Anneliese Hager und Sammlungen von Albuminabzügen Giorgio Sommers und Wilhelm Plüschows. Herausragend und selten auf dem Auktionsmarkt sind Zeichnungen der Dresdner Malerin Paula Lauenstein. Eines ihrer eindrucksvollen Selbstbildnisse wird angeboten. Das Gemälde einer impressionistisch lichtdurchfluteten Szene am Hamburger Freihafen mit viel Rauch und Sonnenlicht des Malers Ulrich Hübner bildet einen weiteren Höhepunkt der Versteigerung. Auch mehrere qualitative Tuschezeichnungen des 18. Jahrhunderts, darunter eine Landschaftsvorstudie mit überhängendem Felsen von Johann Georg von Dillis, sowie satte japanische Farbholzschnitte stehen zur Offerte. Mit dem kunstvoll gestickten Haussegen und den darauf applizierten Bildnissen der ersten Sozialdemokraten August Bebel und Wilhelm Liebknecht sowie mit einer Reihe an Autogrammen sowjetischer Kosmonauten (darunter einige von Juri Gagarin) zieht ein Stück Geschichte in die Auktion ein. Ein weiteres Highlight bilden einige Lots aus dem Nachlass des Generalintendanten der Sächsischen Staatstheater Alfred Reucker, darunter eine Mappe mit Bühnenbildentwürfen für die Uraufführung von Richard Strauss` Oper "Intermezzo".