Unbekannter Hersteller

Wilhelm Liebknecht

Proletarischer Haussegen/ Stickbild

um 1900, Stickerei | Textil und Galalith

Losnummer: 3_128

Startpreis: 150,00 € Schätzpreis: 300,00 €

Beschriftung
Verso mit Klebchen, darauf handschriftlich in blauer Tinte bezeichnet "Wilhelm Liebknecht August Bebel Eisenach 1869". Darunter ein Stempel der Kunst- und Buchhandlung B. Philipp Chemnitz.
Kontext
Memorabilia
Inhalt
Gerahmtes Stickbild bzw. Haussegen mit den Porträtreliefs der Sozialdemokraten Wilhelm Liebknecht und August Bebel sowie dem Spruch "Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit. Seid einig so werdet Ihr stark sein".
Maße
40,5 x 30 cm (48,5 x 38,5 cm)

Zustand
Unausgerahmt beschrieben. Die Stickerei aus rotem Samt, grünem und goldenem Faden, die Porträtreliefs aus Galalith intakt. Der Stickgrund stellenweise grünlich eingefärbt, gebräunt, etwas angeschmutzt und montagebedingt etwas wellig. Der Rahmen teilvergoldet, in den Vertiefungen etwas angestaubt, in den Kanten berieben und bestoßen, verso Montagereste und Drahtaufhängung. Summa in gutem Zustand.
Provenienz
Aus Berliner Privatbesitz.

Vita August Bebel

August Bebel (geboren 1840 in Deutz bei Köln, gestorben 1913 in Passugg bei Chur) war ein deutscher Politiker, Publizist und einer der führenden Vertreter der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung in Deutschland. Er entstammte einfachen Verhältnissen und absolvierte eine Lehre als Drechsler, die er nach der Wanderschaft erfolgreich abschloss. Eine akademische Ausbildung besaß Bebel nicht; seine politische und theoretische Bildung erwarb er durch intensive Selbststudien und praktische Arbeit in der Arbeiterbewegung. Bereits in den 1860er Jahren engagierte sich Bebel in Arbeiterbildungsvereinen und trat früh als Redner und Organisator hervor. Der Kontakt mit sozialistischen Ideen sowie die Zusammenarbeit mit Wilhelm Liebknecht führten zu seiner Hinwendung zum Marxismus. Diese Entwicklung machte ihn zu einer zentralen Figur der entstehenden sozialdemokratischen Bewegung, deren Ausrichtung er entscheidend mitprägte. 1869 gründete Bebel gemeinsam mit Wilhelm Liebknecht die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP), die sich 1875 mit dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands zusammenschloss (ab 1890 Sozialdemokratische Partei Deutschlands, SPD). Bebel war über Jahrzehnte führender Parteivorsitzender und mehrfach Mitglied des Reichstags. Als entschiedener Gegner von Militarismus, Klassenherrschaft und sozialer Ungleichheit wurde er wiederholt strafrechtlich verfolgt und inhaftiert. Sein Werk „Die Frau und der Sozialismus“ zählt zu den einflussreichsten sozialpolitischen Schriften des 19. Jahrhunderts.

Vita Wilhelm Liebknecht

Wilhelm Liebknecht (geboren 1826 in Gießen, gestorben 1900 in Berlin) war ein deutscher Politiker, Publizist und einer der Begründer der organisierten sozialdemokratischen Bewegung in Deutschland. Nach dem Besuch des Gymnasiums studierte er Philologie, Philosophie und Geschichte an den Universitäten Gießen, Marburg und Berlin. Sein Studium schloss er nicht regulär ab, da er sich früh politisch engagierte und 1848 aktiv an der Revolution von 1848/49 teilnahm, was zu Verfolgung und Exil führte. Im Schweizer und später im Londoner Exil kam Liebknecht in engen Kontakt mit Karl Marx und Friedrich Engels, deren sozialistische Theorie seine politische Ausrichtung nachhaltig prägte. Diese Jahre ersetzten eine formale Ausbildung durch intensive theoretische Selbstbildung und politische Praxis im internationalen Arbeiterbewegungsmilieu. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland 1862 wirkte Liebknecht als Journalist und politischer Organisator. 1869 gründete er gemeinsam mit August Bebel die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP), die sich 1875 mit dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (ab 1890 SPD) vereinigte. Liebknecht war mehrfach Mitglied des Reichstags, wo er als konsequenter Vertreter des Marxismus auftrat, insbesondere durch seine Ablehnung des preußischen Militarismus und der Kriegspolitik. Wegen seiner politischen Überzeugungen wurde er wiederholt verurteilt und inhaftiert.

Kontaktdaten
Frage zum Los

Die Auktion findet am Samstag, den 14. März 2026 um 14 Uhr in den Räumlichkeiten von Irrgang Fine Arts, Friedrichstraße 232, 10969 Berlin statt. Alle Lose werden vom 2. bis zum 13. März am selben Ort zur Vorbesichtigung ausgestellt. Seien Sie herzlich zum Empfang am 27. Februar um 17 Uhr und anschließend von Montag bis Freitag zwischen 11 und 17 Uhr eingeladen, sich die Objekte persönlich anzuschauen. Bitte beachten Sie, dass bei grafischen Arbeiten auf Papier eine Terminabsprache unter Angabe der Losnummern, die von Interesse sind, erforderlich ist. Schreiben Sie uns dafür gerne eine Email an auktionshaus@flanelsago.de – unser Team stellt die entsprechenden Blätter dann zur Besichtigung bereit und steht Ihnen auch sonst gerne bei Fragen zur Verfügung.

Sie haben folgende Möglichkeiten an der Auktion teilzunehmen:

Persönliches Bieten

Während der Auktion geben Sie Ihre Gebote in unseren Räumlichkeiten direkt an den Auktionator ab. Um persönlich an der Auktion teilnehmen zu können registrieren Sie sich vor der Auktion mit einem gültigen Personalausweis oder Reisepass und erhalten dann eine Bieternummer. Eine Teilnahme an der Auktion ohne Bieternummer ist nicht möglich. Aufgrund limitierter Sitzplätze im Saal bitten wir Sie, sich bis spätestens 24 Stunden vor der Auktion bei uns unter auktionshaus@flanelsago.de anzumelden. 

Schriftliches Bieten (Vorgebote)

Gerne nehmen wir Ihre Gebote auch schon vor der Auktion schriftlich entgegen. Schreiben Sie uns dafür bis spätestens 24 Stunden vor der Auktion eine Email an auktionshaus@flanelsago.de mit folgenden Angaben: Name, Adresse, Telefonnummer, Losnummer sowie Ihrem Höchstgebot. Bitte fügen Sie eine Kopie Ihres Ausweises an. Ihre Höchstgebote werden während der Auktion nur so weit wahrgenommen, wie es der Gang der Versteigerung notwendig macht.

Telefonbieten

Um sich für das telefonische Bieten anzumelden, schreiben Sie uns bis spätestens 24 Stunden vor der Auktion eine Email an auktionshaus@flanelsago.de mit folgenden Angaben: Name, Adresse, Telefonnummer, sowie der Losnummer für die Sie mitbieten möchten. Bitte fügen Sie außerdem eine Kopie Ihres Ausweises an. Wir werden Sie dann während der Auktion rechtzeitig anrufen und Ihre Gebote im Saal an den Auktionator weitergeben. Bitte beachten Sie, dass wir für Übermittlungsfehler keine Haftung übernehmen.

Online-Bieten im Livestream

Über unsere Partnerplattform Lot-Issimo (Auction Technology Group German GmbH) können Sie online an der Auktion teilnehmen. Bei Geboten über Lot-tissimo berechnen wir das gleiche Aufgeld wie im Saal. Bitte beachten Sie, dass Sie sich für das Online-Bieten bis spätestens 24 Stunden vor der Auktion registrieren müssen. Dafür benötigen wir eine Kopie eines gültigen Personalausweises.

Durch die Abgabe eines Gebots erkennen Sie unsere Versteigerungsbedingungen an.

Bei unseren Auktionen fällt zusätzlich zum Hammerpreis ein Aufgeld in Höhe von 25% zuzüglich 19% Mehrwehrtsteuer an.

Über die Auktion

3. Auktion, Samstag 14. März 2026 | 14:00 Uhr
Friedrichstraße 232, 10969 Berlin

Einen Schwerpunkt dieser Auktion bilden Fotografien von Jean Tinguely und seinen Werken, eines der raren abstrakten Fotogramme der surrealistischen Lyrikerin Anneliese Hager und Sammlungen von Albuminabzügen Giorgio Sommers und Wilhelm Plüschows. Herausragend und selten auf dem Auktionsmarkt sind Zeichnungen der Dresdner Malerin Paula Lauenstein. Eines ihrer eindrucksvollen Selbstbildnisse wird angeboten. Das Gemälde einer impressionistisch lichtdurchfluteten Szene am Hamburger Freihafen mit viel Rauch und Sonnenlicht des Malers Ulrich Hübner bildet einen weiteren Höhepunkt der Versteigerung. Auch mehrere qualitative Tuschezeichnungen des 18. Jahrhunderts, darunter eine Landschaftsvorstudie mit überhängendem Felsen von Johann Georg von Dillis, sowie satte japanische Farbholzschnitte stehen zur Offerte. Mit dem kunstvoll gestickten Haussegen und den darauf applizierten Bildnissen der ersten Sozialdemokraten August Bebel und Wilhelm Liebknecht sowie mit einer Reihe an Autogrammen sowjetischer Kosmonauten (darunter einige von Juri Gagarin) zieht ein Stück Geschichte in die Auktion ein. Ein weiteres Highlight bilden einige Lots aus dem Nachlass des Generalintendanten der Sächsischen Staatstheater Alfred Reucker, darunter eine Mappe mit Bühnenbildentwürfen für die Uraufführung von Richard Strauss` Oper "Intermezzo".