Paula Lauenstein

Ich II

1918, Zeichnung mit schwarzer Fettkreide | Transparentpapier

Losnummer: 3_066

Startpreis: 2000,00 € Schätzpreis: 3000,00 €

Beschreibung
Eindrucksvolles Selbstbildnis der Künstlerin mit leicht nach links und unten geneigtem Kopf und klarem Blick. Die Konturen des Gesichtes mit angedeutetem Hals und Oberkörper sowie Haaren werden mittels flach gelegter Fettkreide erzeugt. Die daraus entstandenen kantigen Grenzen der schwarzen Kohle spielen mit dem Kontrast der weichen Gesichtszüge der hier zwanzigjährigen Künstlerin, noch vor ihrem Studium an der Dresdner Akademie. Weitere Selbstbildnisse im gleichen Stil, lediglich technisch leicht variierend, sind bekannt. Mal setzt sie die Konturen noch kantiger um, mal deutlich weicher. So wirkt die Künstlerin mal kindlicher, mal reifer. In unserem Bildnis vermischt sich beides und kennzeichnet somit anschaulich Lauensteins künstlerische Entwicklung.
Beschriftung
Auf dem Blatt im unteren rechten Eck datiert "18"(?). Auf dem Passepartout handschriftlich in Blei signiert und datiert "P.Lauenstein - 1918" sowie betitelt "´Ich´ II".
Maße
31,5 x 25 cm (Passepartout 44 x 31,5 cm)

Zustand
Das Blatt aus dem originalen Passepartout gelöst, altersbedingt gebräunt sowie teils leicht braunfleckig. In den Ecken und an den Rändern vereinzelt etwas bestoßen und kleinere Fehlstellen sowie mit Papierresten der Montierung. Zwei klarere, diagonale Knickspuren. Das Passepartout gebräunt und braunfleckig. Die Zeichnung kräftig.
Provenienz
Aus Berliner Privatbesitz.

Vita Paula Lauenstein

Paula Lauenstein (geboren 1898 in Dresden, gestorben 1980 in Crostau (Oberlausitz)), war eine deutsche Malerin, deren Werk der Neuen Sachlichkeit zugeordnet wird. Seit 1913 erhielt sie Privatunterricht bei Max Starke, ab 1914 bei Richard Burckhardt-Untermhaus, zudem konnte sie im Atelier von Georg Lührig an der Dresdner Kunstgewerbeschule Aktzeichnen studieren. Von 1916 bis 1918 besuchte sie die Kunstgewerbeschule Dresden in der Klasse für Mode bei Margarete Junge und Paul Rößler, später bei Max Feldbauer. Anschließend studierte sie von 1920 bis 1923 an der Akademie der Bildenden Künste Dresden, wiederum bei Feldbauer, und erhielt 1923 für ihr Gemälde Opuntia den Sächsischen Staatspreis. Ihre künstlerische Arbeit konzentrierte sich auf Porträts – insbesondere von Frauen, Kindern und Kranken –, daneben entstanden Stillleben und Landschaften. Ihr Stil verbindet die sachliche Genauigkeit und psychologische Tiefe der Neuen Sachlichkeit mit impressionistischen und realistischen Elementen. Nach Jahren in Dresden, Aufenthalten in Berlin und München sowie einem Atelier in München-Pasing, das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, lebte sie ab 1941 dauerhaft auf dem elterlichen Gut in Wetro bei Bautzen. Dort arbeitete sie bis ins hohe Alter künstlerisch weiter. Postum wurde ihr Werk in mehreren Ausstellungen gezeigt und gilt heute als einfühlsamer Beitrag zur deutschen Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Kontaktdaten
Frage zum Los

Die Auktion findet am Samstag, den 14. März 2026 um 14 Uhr in den Räumlichkeiten von Irrgang Fine Arts, Friedrichstraße 232, 10969 Berlin statt. Alle Lose werden vom 2. bis zum 13. März am selben Ort zur Vorbesichtigung ausgestellt. Seien Sie herzlich zum Empfang am 27. Februar um 17 Uhr und anschließend von Montag bis Freitag zwischen 11 und 17 Uhr eingeladen, sich die Objekte persönlich anzuschauen. Bitte beachten Sie, dass bei grafischen Arbeiten auf Papier eine Terminabsprache unter Angabe der Losnummern, die von Interesse sind, erforderlich ist. Schreiben Sie uns dafür gerne eine Email an auktionshaus@flanelsago.de – unser Team stellt die entsprechenden Blätter dann zur Besichtigung bereit und steht Ihnen auch sonst gerne bei Fragen zur Verfügung.

Sie haben folgende Möglichkeiten an der Auktion teilzunehmen:

Persönliches Bieten

Während der Auktion geben Sie Ihre Gebote in unseren Räumlichkeiten direkt an den Auktionator ab. Um persönlich an der Auktion teilnehmen zu können registrieren Sie sich vor der Auktion mit einem gültigen Personalausweis oder Reisepass und erhalten dann eine Bieternummer. Eine Teilnahme an der Auktion ohne Bieternummer ist nicht möglich. Aufgrund limitierter Sitzplätze im Saal bitten wir Sie, sich bis spätestens 24 Stunden vor der Auktion bei uns unter auktionshaus@flanelsago.de anzumelden. 

Schriftliches Bieten (Vorgebote)

Gerne nehmen wir Ihre Gebote auch schon vor der Auktion schriftlich entgegen. Schreiben Sie uns dafür bis spätestens 24 Stunden vor der Auktion eine Email an auktionshaus@flanelsago.de mit folgenden Angaben: Name, Adresse, Telefonnummer, Losnummer sowie Ihrem Höchstgebot. Bitte fügen Sie eine Kopie Ihres Ausweises an. Ihre Höchstgebote werden während der Auktion nur so weit wahrgenommen, wie es der Gang der Versteigerung notwendig macht.

Telefonbieten

Um sich für das telefonische Bieten anzumelden, schreiben Sie uns bis spätestens 24 Stunden vor der Auktion eine Email an auktionshaus@flanelsago.de mit folgenden Angaben: Name, Adresse, Telefonnummer, sowie der Losnummer für die Sie mitbieten möchten. Bitte fügen Sie außerdem eine Kopie Ihres Ausweises an. Wir werden Sie dann während der Auktion rechtzeitig anrufen und Ihre Gebote im Saal an den Auktionator weitergeben. Bitte beachten Sie, dass wir für Übermittlungsfehler keine Haftung übernehmen.

Online-Bieten im Livestream

Über unsere Partnerplattform Lot-Issimo (Auction Technology Group German GmbH) können Sie online an der Auktion teilnehmen. Bei Geboten über Lot-tissimo berechnen wir das gleiche Aufgeld wie im Saal. Bitte beachten Sie, dass Sie sich für das Online-Bieten bis spätestens 24 Stunden vor der Auktion registrieren müssen. Dafür benötigen wir eine Kopie eines gültigen Personalausweises.

Durch die Abgabe eines Gebots erkennen Sie unsere Versteigerungsbedingungen an.

Bei unseren Auktionen fällt zusätzlich zum Hammerpreis ein Aufgeld in Höhe von 25% zuzüglich 19% Mehrwehrtsteuer an.

Über die Auktion

3. Auktion, Samstag 14. März 2026 | 14:00 Uhr
Friedrichstraße 232, 10969 Berlin

Einen Schwerpunkt dieser Auktion bilden Fotografien von Jean Tinguely und seinen Werken, eines der raren abstrakten Fotogramme der surrealistischen Lyrikerin Anneliese Hager und Sammlungen von Albuminabzügen Giorgio Sommers und Wilhelm Plüschows. Herausragend und selten auf dem Auktionsmarkt sind Zeichnungen der Dresdner Malerin Paula Lauenstein. Eines ihrer eindrucksvollen Selbstbildnisse wird angeboten. Das Gemälde einer impressionistisch lichtdurchfluteten Szene am Hamburger Freihafen mit viel Rauch und Sonnenlicht des Malers Ulrich Hübner bildet einen weiteren Höhepunkt der Versteigerung. Auch mehrere qualitative Tuschezeichnungen des 18. Jahrhunderts, darunter eine Landschaftsvorstudie mit überhängendem Felsen von Johann Georg von Dillis, sowie satte japanische Farbholzschnitte stehen zur Offerte. Mit dem kunstvoll gestickten Haussegen und den darauf applizierten Bildnissen der ersten Sozialdemokraten August Bebel und Wilhelm Liebknecht sowie mit einer Reihe an Autogrammen sowjetischer Kosmonauten (darunter einige von Juri Gagarin) zieht ein Stück Geschichte in die Auktion ein. Ein weiteres Highlight bilden einige Lots aus dem Nachlass des Generalintendanten der Sächsischen Staatstheater Alfred Reucker, darunter eine Mappe mit Bühnenbildentwürfen für die Uraufführung von Richard Strauss` Oper "Intermezzo".