Anneliese Hager

"Nordlicht"

1963, Fotogramm | Papier

Losnummer: 3_080

Nachverkaufspreis: 900,00 €
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Beschreibung
Abstrakte Lichtschwaden und an Wasser erinnernde Strukturen, sich überlagernd.
Beschriftung
Unterhalb des Fotogramms auf dem Trägerkarton handschriftlich in Blei signiert "Anneliese Hager" sowie als "Fotogramm" bezeichnet, datiert und betitelt. Auf der Rahmenrückpappe außerdem von Hager handschriftlich mit Kugelschreiber gewidmet und datiert "für Urti von Mutti 1965" (teils mit Papierstreifen überklebt).
Maße
30 x 39 cm (Rahmen 41,5 x 50 cm)

Zustand
Das Fotogramm ist auf einem Trägerkarton montiert und unter Glas gerahmt (ungeöffnet). Vereinzelt kleinere Druckspuren (im linken unteren und rechten oberen Eck mit winzigen Materialausbrüchen). Trägerkarton gebräunt, der Rahmen mit Lagerspuren. Sonst gut erhalten.
Provenienz
Aus dem Besitz der Tochter der Künstlerin; Berliner Privatbesitz.

Vita Anneliese Hager

Anneliese Hager (geboren 1904 in Gut Lindenhof/ Z?otów (?); gestorben März 1997 in Korbach) war eine deutsche surrealistische Lyrikerin, Übersetzerin und Fotokünstlerin, die vor allem durch ihre abstrakten, kameralos hergestellten Fotogramme bekannt wurde. Nach einer Ausbildung zur Metallographin am Berliner Lette-Verein (1920–1922) arbeitete sie bis 1924 als technische Assistentin für Mikrofotografie an einem Kaiser-Wilhelm-Institut und kam über diesen naturwissenschaftlich geprägten Hintergrund früh zu experimentellen Bildverfahren. 1933 zog sie nach Aachen und lebte während der NS-Zeit zurückgezogen. Ab etwa 1935 begann sie – unter dem Eindruck der Fotogramm-Experimente u. a. von Moholy-Nagy und Man Ray – intensiv mit dem Fotogramm zu arbeiten. 1940 wechselte sie nach Dresden und stand dort in Kontakt mit dem Fotografen Edmund Kesting. Bei der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 gingen ihr Besitz und frühe Arbeiten weitgehend verloren, woraufhin sie nach Kriegsende erneut mit Fotogrammen begann. In den späten 1940er Jahren lebte sie zeitweise in Königsförde bei Hameln und konnte ihre neuen Arbeiten wieder ausstellen. Hager verband Bild und Text programmatisch: Ihre Fotogramme nutzte sie auch zur Bebilderung eigener Gedichte und veröffentlichte beides in bibliophilen Ausgaben, darunter „Die rote Uhr“ (1963) und „Weiße Schatten“ (1964), ein Band, der ihr fotografisches Verfahren und ihre Poesie eng verschränkt. Als Übersetzerin machte sie zudem zahlreiche französischsprachige Autor*innen (u. a. Apollinaire, Breton, Char, Desnos, Jarry, Yourcenar) im Deutschen zugänglich. 1945 war sie mit dem Maler Karl Otto Götz verheiratet und blieb bis 1965 mit ihm verbunden. Auch eine Nähe zur CoBrA-Konstellation wird dort betont. Spätere Ausstellungen und Sammlungszugänge – etwa am Harvard-Umfeld bzw. in der Folge auch in Deutschland – trugen dazu bei, ihr Werk als wichtigen Beitrag zur kameralosen Fotografie des 20. Jahrhunderts neu sichtbar zu machen.

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Über die Auktion

Nachverkauf 3. Auktion, 18. März -7. April 2026
Flanel Sago

Bis zum 7. April 2026 finden Sie hier den Nachverkauf nicht zugeschlagener Lose unserer 3. Auktion vom 14. März 2026. Die Gebotsabgabe findet über lot-tissimo statt.