Tsukioka Yoshitoshi

Tokugawa Tsunayoshi

Um 1875, Farbholzschnitt | Papier

Losnummer: 3_038

Startpreis: 300,00 € Schätzpreis: 500,00 €

Beschreibung
Yoshitoshi schildert in der Darstellung den „Yanagisawa-Skandal“ aus der Edo-Zeit. Da dem fünften Sh?gun Tokugawa Tsunayoshi lange kein männlicher Nachkomme geboren wurde, wandte sich Tsunayoshis Mutter Keish?in an Yanagisawa Yoshiyasu, einen ihrer Gefolgsleute, und bat ihn um Rat. Yoshiyasu bat daraufhin seine Ehefrau Osame no Kata, die als außergewöhnlich schöne Frau bekannt war, um Mithilfe. Außerdem ließ er sich vom Miuraya, einem Etablissement im Vergnügungsviertel Yoshiwara, unterstützen und lud mehrere Oiran in seine Residenz ein. Er ließ Osame no Kata ebenfalls die Kleidung und Aufmachung einer Oiran anlegen und empfing dann Sh?gun Tsunayoshi in seinem Anwesen. Tsunayoshi war von Osame no Kata auf den ersten Blick angetan und wollte nicht mehr von ihrer Seite weichen. Es heißt, Yanagisawa Yoshiyasu habe daraufhin eine ungewöhnliche Karriere gemacht und sei außergewöhnlich schnell aufgestiegen. - Drei zusammengesetzte Farbholzschnitte.
Maße
36 x 71 cm

Zustand
Zwei der Holzschnitte mit Papier unterlegt. Vereinzelt schwach braunfleckig. Ränder und Kanten stellenweise etwas lädiert bzw. bestoßen oder unregelmäßig beschnitten und mit kleineen Fehlstellen. Die Farben schön satt und der Abzug kräftig.
Provenienz
Aus Berliner Privatbesitz.

Vita Tsukioka Yoshitoshi

Tsukioka Yoshitoshi (Künstlername auch Tais? Yoshitoshi; geboren 1839 in Edo (heute Tokio); gestorben 1892 in Tokio) war ein japanischer Ukiyo-e-Künstler (Maler und Holzschnittgestalter) der späten Edo- und frühen Meiji-Zeit und wird häufig als einer der letzten großen Meister der klassischen Holzschnitttradition bezeichnet. Bereits früh erhielt er eine Ausbildung in der Utagawa-Schule: 1850 trat er als Schüler in das Atelier von Utagawa Kuniyoshi ein und übernahm von ihm nicht nur den Künstlernamen, sondern auch die Vorliebe für dramatische, erzählerisch zugespitzte Bildthemen. In den 1860er Jahren entwarf Yoshitoshi zunächst vor allem Kabuki- und Historienblätter und profilierte sich mit Serien, die das Publikum mit spannungsreichen Sujets aus Geschichte, Legende und „wahren Begebenheiten“ ansprachen (u. a. die berüchtigte Serie „28 berühmte Morde mit Versen“). Nach der Meiji-Restauration arbeitete Yoshitoshi in einem sich rasch wandelnden Medienumfeld weiter und entwarf auch shinbun nishiki-e – farbige Holzschnitt-Illustrationen für die zeitgenössische Berichterstattung, etwa für die Y?bin h?chi shinbun („Post Dispatch Newspaper“). In seinen späten Jahren entstanden die Serien, mit denen er heute besonders verbunden wird: „One Hundred Aspects of the Moon“ (1885–1892) gilt vielfach als sein Hauptwerk. Die Folge verbindet historische und literarische Figuren, Theater- und Alltagsszenen über das wiederkehrende Motiv des Mondes und arbeitet stark mit Stimmung, Licht und poetischen Textbezügen. Ebenfalls zentral sind „Thirty-two Aspects of Customs and Manners“ (1888; häufig als „32 Aspects of Women“ bekannt) sowie „New Forms of Thirty-six Ghosts“ (1889–1892), die Yoshitoshis Bandbreite zwischen Porträt, Genre, Psychologie und Phantastik zeigen.

Kontaktdaten
Frage zum Los

Die Auktion findet am Samstag, den 14. März 2026 um 14 Uhr in den Räumlichkeiten von Irrgang Fine Arts, Friedrichstraße 232, 10969 Berlin statt. Alle Lose werden vom 2. bis zum 13. März am selben Ort zur Vorbesichtigung ausgestellt. Seien Sie herzlich zum Empfang am 27. Februar um 17 Uhr und anschließend von Montag bis Freitag zwischen 11 und 17 Uhr eingeladen, sich die Objekte persönlich anzuschauen. Bitte beachten Sie, dass bei grafischen Arbeiten auf Papier eine Terminabsprache unter Angabe der Losnummern, die von Interesse sind, erforderlich ist. Schreiben Sie uns dafür gerne eine Email an auktionshaus@flanelsago.de – unser Team stellt die entsprechenden Blätter dann zur Besichtigung bereit und steht Ihnen auch sonst gerne bei Fragen zur Verfügung.

Sie haben folgende Möglichkeiten an der Auktion teilzunehmen:

Persönliches Bieten

Während der Auktion geben Sie Ihre Gebote in unseren Räumlichkeiten direkt an den Auktionator ab. Um persönlich an der Auktion teilnehmen zu können registrieren Sie sich vor der Auktion mit einem gültigen Personalausweis oder Reisepass und erhalten dann eine Bieternummer. Eine Teilnahme an der Auktion ohne Bieternummer ist nicht möglich. Aufgrund limitierter Sitzplätze im Saal bitten wir Sie, sich bis spätestens 24 Stunden vor der Auktion bei uns unter auktionshaus@flanelsago.de anzumelden. 

Schriftliches Bieten (Vorgebote)

Gerne nehmen wir Ihre Gebote auch schon vor der Auktion schriftlich entgegen. Schreiben Sie uns dafür bis spätestens 24 Stunden vor der Auktion eine Email an auktionshaus@flanelsago.de mit folgenden Angaben: Name, Adresse, Telefonnummer, Losnummer sowie Ihrem Höchstgebot. Bitte fügen Sie eine Kopie Ihres Ausweises an. Ihre Höchstgebote werden während der Auktion nur so weit wahrgenommen, wie es der Gang der Versteigerung notwendig macht.

Telefonbieten

Um sich für das telefonische Bieten anzumelden, schreiben Sie uns bis spätestens 24 Stunden vor der Auktion eine Email an auktionshaus@flanelsago.de mit folgenden Angaben: Name, Adresse, Telefonnummer, sowie der Losnummer für die Sie mitbieten möchten. Bitte fügen Sie außerdem eine Kopie Ihres Ausweises an. Wir werden Sie dann während der Auktion rechtzeitig anrufen und Ihre Gebote im Saal an den Auktionator weitergeben. Bitte beachten Sie, dass wir für Übermittlungsfehler keine Haftung übernehmen.

Online-Bieten im Livestream

Über unsere Partnerplattform Lot-Issimo (Auction Technology Group German GmbH) können Sie online an der Auktion teilnehmen. Bei Geboten über Lot-tissimo berechnen wir das gleiche Aufgeld wie im Saal. Bitte beachten Sie, dass Sie sich für das Online-Bieten bis spätestens 24 Stunden vor der Auktion registrieren müssen. Dafür benötigen wir eine Kopie eines gültigen Personalausweises.

Durch die Abgabe eines Gebots erkennen Sie unsere Versteigerungsbedingungen an.

Bei unseren Auktionen fällt zusätzlich zum Hammerpreis ein Aufgeld in Höhe von 25% zuzüglich 19% Mehrwehrtsteuer an.

Über die Auktion

3. Auktion, Samstag 14. März 2026 | 14:00 Uhr
Friedrichstraße 232, 10969 Berlin

Einen Schwerpunkt dieser Auktion bilden Fotografien von Jean Tinguely und seinen Werken, eines der raren abstrakten Fotogramme der surrealistischen Lyrikerin Anneliese Hager und Sammlungen von Albuminabzügen Giorgio Sommers und Wilhelm Plüschows. Herausragend und selten auf dem Auktionsmarkt sind Zeichnungen der Dresdner Malerin Paula Lauenstein. Eines ihrer eindrucksvollen Selbstbildnisse wird angeboten. Das Gemälde einer impressionistisch lichtdurchfluteten Szene am Hamburger Freihafen mit viel Rauch und Sonnenlicht des Malers Ulrich Hübner bildet einen weiteren Höhepunkt der Versteigerung. Auch mehrere qualitative Tuschezeichnungen des 18. Jahrhunderts, darunter eine Landschaftsvorstudie mit überhängendem Felsen von Johann Georg von Dillis, sowie satte japanische Farbholzschnitte stehen zur Offerte. Mit dem kunstvoll gestickten Haussegen und den darauf applizierten Bildnissen der ersten Sozialdemokraten August Bebel und Wilhelm Liebknecht sowie mit einer Reihe an Autogrammen sowjetischer Kosmonauten (darunter einige von Juri Gagarin) zieht ein Stück Geschichte in die Auktion ein. Ein weiteres Highlight bilden einige Lots aus dem Nachlass des Generalintendanten der Sächsischen Staatstheater Alfred Reucker, darunter eine Mappe mit Bühnenbildentwürfen für die Uraufführung von Richard Strauss` Oper "Intermezzo".