Franz Schmelhaus/ Becker & Mass Berlin

Max Conrad

Emmy Krüger Fotografien

um 1910/ 1956, Fotografie | Papier

Losnummer: 3_054

Verkauft für: 250,00 €
inkl. Aufgeld

Beschriftung
Sämtlich mit Atelierstempel "F. Schmelhaus" und "Becker & Maass Berlin". Der Hefter außen in schwarzer Tinte beschriftet.
Kontext
Konvolut
Inhalt
7 Fotografien der Opernsängerin Emmy Krüger u.a. im Kostüm, aus der Zeit ihres Karrierebeginns um 1910. 4 Fotografien von dem bekannten Zürcher Fotografen Franz Schmelhaus, 3 Fotografien des renommierten Berliner Foto-Ateliers "Becker & Maass". Beigegeben: Hefter mit Krügers Biografie sowie eines nachträglich eigenhändig korrigierten Aufsatzes des Schweizer Musikers Max Conrad über .
Maße
ca. 23 x 16,5 cm (Träger ca. 35,5 x 25 cm)

Zustand
Konvolut: 7 Fotografien und ein Hefter mit Aufzeichnungen. Die Fotografien verso sämtlich auf unterschiedlich gefärbte Trägerkartons montiert. Die Aufnahmen von Schmelhaus teils mit Bleistift überarbeitet. Die Fotografien mit leichten Oberflächenblessuren, teils etwas verblasst, etwas gebrauchsspurig, vergilbt, blass stockfleckig und stellenweise leicht angeschmutzt. Die Träger griffspurig, vergilbt, in den Rändern stellenweise angeschmutzt, stockfleckig, die Ecken knickfaltig, in den Rändern teils bestoßen, verso stellenweise Montagereste und Überlagerungsspuren. Summa in guter Erhaltung. Beigabe: Die Dokumente maschinengeschrieben, der Aufsatz von Conrad eigenhändig korrigiert. Das Papier vergilbt, griffspurig, im oberen Rand wellig, etwas angeschmutzt, stock- und rostfleckig, in den Rändern teils etwas berissen. Der Hefter auf dem Einband in Tinte beschriftet, stark gebräunt und rostspurig,
Provenienz
Aus Berliner Privatbesitz.

Vita Franz Schmelhaus/ Becker & Mass Berlin

Franz Schmelhaus (geboren 1872, gestorben 1952) war ein bedeutender Schweizer Fotograf mit Schwerpunkt auf Porträt- und Studiofotografie, der vor allem in Zürich wirkte. Er führte dort ab etwa 1910 ein eigenes Atelier, das sich in den 1910er bis 1930er Jahren an der Rämistrasse 34 und später an der Schipfe 1 befand. Sein Fotohaus umfasste neben der klassischen Porträtfotografie auch einen Foto- und Kinoartikelhandel, den er gemeinsam mit seiner Ehefrau Elise Schmelhaus-Ottowa betrieb. Schmelhaus war langjähriges Mitglied des Schweizerischen Photographen-Verbands (SPhV) und wirkte auch im Kantonalen Zürcher Photographen-Verein, dessen Präsident er um 1940 war. Seine fotografische Tätigkeit umfasste neben Personen- und Porträtaufnahmen auch Sach-, Orts- und Industriebilder; er porträtierte zahlreiche Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kultur und trug damit zur visuellen Dokumentation des Zürcher Gesellschafts- und Universitätslebens bei. Ein bemerkenswertes Projekt war sein Dozierendenalbum von 1914 für die Universität Zürich, in dem er eine umfangreiche Reihe von Professoren-Porträts schuf. Schmelhaus gilt als wichtiger Vertreter der professionellen Studiofotografie in der Schweiz in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und als prägender Akteur in der Zürcher Fotoszene jener Zeit.

Vita Emmy Krüger

Emmy Krüger (geboren 1886 in Bad Homburg vor der Höhe, gestorben 1976 in Zürich) war eine bedeutende deutsche Opernsängerin und dramatische Sopranistin. Sie erhielt ihre vokale Ausbildung am Raff-Konservatorium in Frankfurt am Main und vertiefte diese unter anderem bei der renommierten Sängerin Lilli Lehmann in Berlin. Ihren Bühnenauftakt fand sie 1910 am Stadttheater Zürich, wo sie bis 1914 engagiert war, bevor sie an die Hofoper München wechselte. Dort sang sie in mehreren Uraufführungen, darunter die Titelrolle in Erich Wolfgang Korngolds „Violanta“ (1916) und die Rolle der Silla in Hans Pfitzners „Palestrina“ (1917) und etablierte sich als gefragte Interpretin. Neben dramatischen Sopranpartien gehörten gelegentlich auch mezzo-soprane Rollen wie Octavian in Richard Strauss’ Der Rosenkavalier zu ihrem Repertoire, die sie bereits 1911 in Zürich und später unter der Leitung des Komponisten selbst sang. Krüger gastierte regelmäßig bei den Bayreuther Festspielen in den 1920er und 1930er Jahren, insbesondere in der Rolle der Isolde in Richard Wagners "Tristan und Isolde", die zu einer ihrer Paraderollen wurde. Nach weiteren Stationen, etwa am Stadttheater Hamburg und an der Wiener Staatsoper, beendete sie ihre aktive Bühnenkarriere Anfang der 1930er Jahre und widmete sich ab den späten 1930er Jahren der Gesangs- und Opernausbildung, unter anderem an der Akademie der Tonkunst in München und später in Zürich. Sie starb 1976 im Alter von 90 Jahren in Zürich und hinterließ ein bleibendes Vermächtnis als herausragende Wagner-Interpretin ihrer Zei

Vita Max Conrad

Max Conrad (geboren 1872 in Berlin, gestorben 1963 in Zürich) war ein bedeutender Schweizer Musiker, Kapellmeister, Dirigent und Komponist des frühen bis mittleren 20. Jahrhunderts. Er wurde in Berlin geboren und erhielt seine musikalische Ausbildung wahrscheinlich in klassischen Disziplinen wie Komposition und Orchesterleitung, bevor er seinen Weg in die professionelle Musikszene fand. Conrad wirkte über viele Jahre als aktiver Musiker in der deutschsprachigen Theater- und Konzertlandschaft und erwarb sich insbesondere einen Ruf als Kapellmeister und Dirigent, der sowohl symphonische als auch Bühnenmusik verantwortete. Seine Laufbahn führte ihn u. a. an namhafte Theater und Musikensembles, wo er als Leiter des Orchesters und musikalischer Organisator tätig war; zeitweise war er auch erster Kapellmeister am Stadttheater Zürich und komponierte Bühnen- und Konzertmusik, die zu den damaligen Repertoires zählte. In der Spielzeit um 1932 etwa wirkte seine Musik im Theaterkontext mit, etwa bei der Dresdner Erstaufführung des Weihnachtsmärchens "O Tannebaum!".

Vita Becker & Mass Berlin

Becker & Maass war ein bedeutendes fotografisches Studio in Berlin, das vom 1. Januar 1890 bis mindestens zum 18. August 1957 bestand und über mehrere Jahrzehnte zu den bekannten Adressen der Berliner Porträt- und Modefotografie gehörte. Das Atelier wurde ursprünglich von den Fotografen Otto Paul Becker (1850–1892) und Heinrich Maaß (1860–1930) gegründet und firmierte zunächst als Otto Becker & Maass. Nach dem frühen Tod Beckers setzte Maaß das Geschäft mit wechselnden Partnern fort. In der langen Geschichte des Studios übernahm Marie Boehm (1863–1953) 1896 die Leitung und prägte die künstlerische Ausrichtung über viele Jahre. Unter der Leitung von Boehm entwickelte sich Becker & Maass um die Jahrhundertwende und in den 1920er/1930er-Jahren zu einem wichtigen Zentrum der klassischen Studio- und Porträtfotografie in Berlin; es war zugleich ein Treffpunkt der gehobenen Kunst- und Kulturszene der Stadt. Das Atelier bot Porträtaufnahmen von Persönlichkeiten der Gesellschaft und Kultur und trug zur visuell dokumentierten Geschichte Berlins bei. Zahlreiche studioinszenierte Fotografien aus dieser Zeit, darunter Mode- und Gesellschaftsporträts sowie Reproduktionen für Postkarten und Druckproduktionen, zeugen vom breiten Spektrum der fotografischen Tätigkeit des Hauses.

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Über die Auktion

3. Auktion,

Einen Schwerpunkt dieser Auktion bilden Fotografien von Jean Tinguely und seinen Werken, eines der raren abstrakten Fotogramme der surrealistischen Lyrikerin Anneliese Hager und Sammlungen von Albuminabzügen Giorgio Sommers und Wilhelm Plüschows. Herausragend und selten auf dem Auktionsmarkt sind Zeichnungen der Dresdner Malerin Paula Lauenstein. Eines ihrer eindrucksvollen Selbstbildnisse wird angeboten. Das Gemälde einer impressionistisch lichtdurchfluteten Szene am Hamburger Freihafen mit viel Rauch und Sonnenlicht des Malers Ulrich Hübner bildet einen weiteren Höhepunkt der Versteigerung. Auch mehrere qualitative Tuschezeichnungen des 18. Jahrhunderts, darunter eine Landschaftsvorstudie mit überhängendem Felsen von Johann Georg von Dillis, sowie satte japanische Farbholzschnitte stehen zur Offerte. Mit dem kunstvoll gestickten Haussegen und den darauf applizierten Bildnissen der ersten Sozialdemokraten August Bebel und Wilhelm Liebknecht sowie mit einer Reihe an Autogrammen sowjetischer Kosmonauten (darunter einige von Juri Gagarin) zieht ein Stück Geschichte in die Auktion ein. Ein weiteres Highlight bilden einige Lots aus dem Nachlass des Generalintendanten der Sächsischen Staatstheater Alfred Reucker, darunter eine Mappe mit Bühnenbildentwürfen für die Uraufführung von Richard Strauss` Oper "Intermezzo".