Beschreibung
3 Fotografien der Opernsängerin und Wagner-Protagonistin Marta Fuchs, in ihren Paraderollen als "Isolde", "Kundry" und "Walküre". Alle Aufnahmen sind signiert und dem Intendanten Alfred Reucker gewidmet.
Beschriftung
Signaturen und Widmungen in Gold, brauner bzw. blauer Tinte. 2 Aufnahmen vom Fotografen in Bleistift signiert und datiert.
Kontext
Konvolut
Maße
ca. 24 x 17 cm (Rahmen ca. 40 x 30 cm)
Zustand
Konvolut: 3 Fotografien, davon 2 hinter Glas gerahmt und unausgerahmt beschrieben sowie eine Porträtpostkarte. Unterschriften und Widmungen der Sängerin in Gold, brauner bzw. blauer Tinte, stellenweise verblichen, dennoch gut lesbar und erhalten. Die Signatur des Fotografen Adolf Dous in Bleistift, gut erhalten. Die Postkarte stark gebrauchsspurig, gebräunt, angeschmutzt, wellig, stock- und wasserfleckig, in den Rändern bestoßen und unten etwas berissen. Die beiden gerahmten Arbeiten verso auf einen Träger aufgebracht, gut erhalten. Die Träger gebräunt und etwas stockfleckig, in den Rändern leicht angeschmutzt. Die Einfassungen verso mit Rahmer-Etiketten. Summa gut erhalten.
Provenienz
Aus dem Nachlass Alfred Reuckers.
Vita Adolf Dous
Adolf Dous war ein deutscher Porträt? und Gesellschaftsfotograf, der in der ersten Hälfte des 20.?Jahrhunderts besonders in Dresden wirkte. Er betrieb dort ein eigenes Fotostudio, unter anderem an der Bismarckstraße?6 mit einer weiteren Filiale in der Prager?Straße?20, und profilierte sich als vielgefragter Porträtist in der sächsischen Kulturszene. Dous’ fotografisches Schaffen umfasste vor allem Porträts bedeutender Persönlichkeiten aus dem Opern? und Theaterbetrieb – darunter Sängerinnen und Sänger der Staatsoper Dresden wie etwa die Sopranistin Erika Kaufmann –, aber auch nationale und internationale Bühnenkünstler. Viele seiner Aufnahmen entstanden als Studio? oder Rollenporträts und dienten sowohl künstlerischen als auch dokumentarischen Zwecken.
Vita Marta Fuchs
Marta Fuchs (geboren 1898 in Stuttgart, gestorben 1974 ebenda) war eine herausragende deutsche Konzert- und Opernsängerin mit dem Schwerpunkt des dramatischen Sopranfachs. Sie wuchs in einer künstlerisch geprägten Familie auf und erhielt ihre schulische Ausbildung am Königin-Katharina-Stift in Stuttgart. Anschließend studierte sie Gesang am dortigen Konservatorium (Hochschule für Musik und Darstellende Kunst) und vertiefte ihre vokale und dramatische Ausbildung in Stuttgart, München und Mailand. Ihre Karriere begann 1923 als Konzertsängerin in Liedern und Oratorien, bevor sie 1928 ihr Operndebüt am Stadttheater Aachen in Rollen wie Glucks Orpheus, Verdis Azucena und Bizets Carmen gab. 1930 wurde Fuchs an die Staatsoper Dresden verpflichtet, wo sie nach einer Umschulung zum dramatischen Sopran zu einer der führenden Wagner-Interpretinnen ihrer Zeit wurde. Zu ihrem Bühnenrepertoire gehörten große Rollen wie die Marschallin, Isolde, Brünnhilde, Arabella und die Leonore in Fidelio. Ab 1935 war sie zusätzlich Mitglied der Staatsoper Berlin und des Deutsche Oper Berlin, und sie trat auf wichtigen internationalen Bühnen in Amsterdam, Prag, Paris, London, Florenz, Wien und Salzburg auf. Besonders bedeutend war ihr Mitwirken bei den Bayreuther Festspielen von 1933 bis 1942, wo sie als Isolde, Kundry und vor allem als Brünnhilde gefeiert wurde. Fuchs war zudem eine Persönlichkeit mit tiefem spirituellen Interesse: Sie war aktives Mitglied der Christengemeinschaft und der Anthroposophischen Gesellschaft und setzte sich während der NS-Zeit für den Fortbestand dieser Gemeinschaften ein. Nach der Zerstörung Dresdens 1945 zog sie sich weitgehend nach Stuttgart zurück, wo sie sporadisch an der Staatsoper und bei Konzerten auftrat und sich später vom Bühnenleben zurückzog.