Lovis Corinth

Landschaft mit Kühen

1917, Radierung mit Plattenton | Japanpapier

Losnummer: 3_030

Startpreis: 250,00 € Schätzpreis: 400,00 €

Beschreibung
Vor bäuerlichem Gehöft grasen Kühe auf einer Weide, die hinter einer Baumgruppe im Vordergrund sichtbar werden. Ein Jahr nach Auflage dieser Radierung setzte Corinth das Motiv auch als Lithographie um, erweiterte den Bildausschnitt nach rechts um weitere Bäume und bekräftigte die Schatten mit dichten Schraffuren. - Eins von 40 (GA 115) Exemplaren auf Japan. Herausgegeben im Verlag Gurlitt Berlin. Schwarz 306.
Beschriftung
Unterhalb der Darstellung handschriftlich in Blei signiert "Lovis Corinth". Am unteren Rand zusätzlich in Blei betitelt, mit Angabe der Werkverzeichnisnummer [irrig Schwarz 252] sowie am oberen Rand ebenfalls in Blei bezeichnet "PF" (pro felicitate?) und "Gurl[itt]".
Maße
25,2 x 35,5 cm.

Zustand
Das Blatt ist leicht gebräunt, im ehemaligen Passepartoutausschnitt stärker sowie vereinzelt braunfleckig. Rückseitig in den Ecken mit kleinen Resten von Klebestreifen, auf der Vorderseite etwas durchschlagend. Im Übrigen wohl erhaltener, gratiger Abzug.
Provenienz
Aus Leipziger Privatbesitz.

Vita Lovis Corinth

Lovis Corinth (geboren 1858 in Tapiau in Ostpreußen; gestorben 1925 in Zandvoort) ging nach ersten Studien in Königsberg 1880 an die Akademie der Bildenden Künste in München, wo er eine solide akademische Ausbildung erhielt und sich früh mit Historienbild, Porträt und Akt auseinandersetzte. In den Jahren 1884 und 1885 arbeitete er in Paris an der Académie Julian und vertiefte dort sein Können im Zeichnen und in der figürlichen Malerei. Ab 1887 war er wieder in München tätig, entwickelte seinen eigenständigen, zunehmend freien Malduktus und stellte regelmäßig aus. 1900 zog Corinth nach Berlin, eröffnete kurz darauf eine private Malschule und wurde zu einer prägenden Figur der Berliner Kunstszene. 1903 heiratete er die Malerin Charlotte Berend, die auch häufig Modell für seine Porträts war. Corinth war eng mit der Berliner Secession verbunden und übernahm 1911 deren Präsidentschaft. Im selben Jahr erlitt er einen Schlaganfall, von dem er sich nur teilweise erholte, der seine Arbeitsweise jedoch deutlich veränderte. In den folgenden Jahren entstanden Werke mit stärkerem Pinselgestus, intensiverer Farbigkeit und einer oft bewegteren Bildstruktur, die ihn im Umfeld der Moderne und des Expressionismus verorten lassen, ohne dass er seine Motive und sein Interesse an Porträt, Landschaft und Stillleben aufgab. Neben der Malerei schuf Corinth auch druckgrafische Arbeiten und hinterließ Schriften, in denen er sein Leben und seine künstlerischen Ansichten reflektierte. Ab dem Ende des Ersten Weltkriegs verbrachte er wiederholt längere Zeit am Walchensee in Bayern, wo zahlreiche bekannte Landschaftsbilder entstanden.

Kontaktdaten
Frage zum Los

Die Auktion findet am Samstag, den 14. März 2026 um 14 Uhr in den Räumlichkeiten von Irrgang Fine Arts, Friedrichstraße 232, 10969 Berlin statt. Alle Lose werden vom 2. bis zum 13. März am selben Ort zur Vorbesichtigung ausgestellt. Seien Sie herzlich zum Empfang am 27. Februar um 17 Uhr und anschließend von Montag bis Freitag zwischen 11 und 17 Uhr eingeladen, sich die Objekte persönlich anzuschauen. Bitte beachten Sie, dass bei grafischen Arbeiten auf Papier eine Terminabsprache unter Angabe der Losnummern, die von Interesse sind, erforderlich ist. Schreiben Sie uns dafür gerne eine Email an auktionshaus@flanelsago.de – unser Team stellt die entsprechenden Blätter dann zur Besichtigung bereit und steht Ihnen auch sonst gerne bei Fragen zur Verfügung.

Sie haben folgende Möglichkeiten an der Auktion teilzunehmen:

Persönliches Bieten

Während der Auktion geben Sie Ihre Gebote in unseren Räumlichkeiten direkt an den Auktionator ab. Um persönlich an der Auktion teilnehmen zu können registrieren Sie sich vor der Auktion mit einem gültigen Personalausweis oder Reisepass und erhalten dann eine Bieternummer. Eine Teilnahme an der Auktion ohne Bieternummer ist nicht möglich. Aufgrund limitierter Sitzplätze im Saal bitten wir Sie, sich bis spätestens 24 Stunden vor der Auktion bei uns unter auktionshaus@flanelsago.de anzumelden. 

Schriftliches Bieten (Vorgebote)

Gerne nehmen wir Ihre Gebote auch schon vor der Auktion schriftlich entgegen. Schreiben Sie uns dafür bis spätestens 24 Stunden vor der Auktion eine Email an auktionshaus@flanelsago.de mit folgenden Angaben: Name, Adresse, Telefonnummer, Losnummer sowie Ihrem Höchstgebot. Bitte fügen Sie eine Kopie Ihres Ausweises an. Ihre Höchstgebote werden während der Auktion nur so weit wahrgenommen, wie es der Gang der Versteigerung notwendig macht.

Telefonbieten

Um sich für das telefonische Bieten anzumelden, schreiben Sie uns bis spätestens 24 Stunden vor der Auktion eine Email an auktionshaus@flanelsago.de mit folgenden Angaben: Name, Adresse, Telefonnummer, sowie der Losnummer für die Sie mitbieten möchten. Bitte fügen Sie außerdem eine Kopie Ihres Ausweises an. Wir werden Sie dann während der Auktion rechtzeitig anrufen und Ihre Gebote im Saal an den Auktionator weitergeben. Bitte beachten Sie, dass wir für Übermittlungsfehler keine Haftung übernehmen.

Online-Bieten im Livestream

Über unsere Partnerplattform Lot-Issimo (Auction Technology Group German GmbH) können Sie online an der Auktion teilnehmen. Bei Geboten über Lot-tissimo berechnen wir das gleiche Aufgeld wie im Saal. Bitte beachten Sie, dass Sie sich für das Online-Bieten bis spätestens 24 Stunden vor der Auktion registrieren müssen. Dafür benötigen wir eine Kopie eines gültigen Personalausweises.

Durch die Abgabe eines Gebots erkennen Sie unsere Versteigerungsbedingungen an.

Bei unseren Auktionen fällt zusätzlich zum Hammerpreis ein Aufgeld in Höhe von 25% zuzüglich 19% Mehrwehrtsteuer an.

Über die Auktion

3. Auktion, Samstag 14. März 2026 | 14:00 Uhr
Friedrichstraße 232, 10969 Berlin

Einen Schwerpunkt dieser Auktion bilden Fotografien von Jean Tinguely und seinen Werken, eines der raren abstrakten Fotogramme der surrealistischen Lyrikerin Anneliese Hager und Sammlungen von Albuminabzügen Giorgio Sommers und Wilhelm Plüschows. Herausragend und selten auf dem Auktionsmarkt sind Zeichnungen der Dresdner Malerin Paula Lauenstein. Eines ihrer eindrucksvollen Selbstbildnisse wird angeboten. Das Gemälde einer impressionistisch lichtdurchfluteten Szene am Hamburger Freihafen mit viel Rauch und Sonnenlicht des Malers Ulrich Hübner bildet einen weiteren Höhepunkt der Versteigerung. Auch mehrere qualitative Tuschezeichnungen des 18. Jahrhunderts, darunter eine Landschaftsvorstudie mit überhängendem Felsen von Johann Georg von Dillis, sowie satte japanische Farbholzschnitte stehen zur Offerte. Mit dem kunstvoll gestickten Haussegen und den darauf applizierten Bildnissen der ersten Sozialdemokraten August Bebel und Wilhelm Liebknecht sowie mit einer Reihe an Autogrammen sowjetischer Kosmonauten (darunter einige von Juri Gagarin) zieht ein Stück Geschichte in die Auktion ein. Ein weiteres Highlight bilden einige Lots aus dem Nachlass des Generalintendanten der Sächsischen Staatstheater Alfred Reucker, darunter eine Mappe mit Bühnenbildentwürfen für die Uraufführung von Richard Strauss` Oper "Intermezzo".