Beschriftung
Mit schwarzer und blauer Tinte unten signiert.
Kontext
Autograph
Inhalt
Autogrammkarte mit den Autographen der Kosmonauten Andrijan Nikolajew und Pawel Popowitsch. Aus dem Nachlass eines Angestellten des Schlosses Schönhausen, das in der DDR als Unterkunft für hohe Staatsgäste fungierte.
Maße
15 x 10 cm
Zustand
Die Schrift in schwarzer und blauer Tinte, stellenweise etwas verwischt, dennoch gut lesbar und erhalten. Die Darstellung mit leichten Oberflächenblessuren, ganz leicht vergilbt, vereinzelt blass stockfleckig, etwas griffspurig und gebogen, die Kanten bestoßen, verso angeschmutzt und mit Montierungsresten. Sonst in gutem Zustand.
Provenienz
Aus Berliner Privatbesitz.
Vita Pawel Popowitsch
Pawel Romanowitsch Popowitsch (geboren 1930 in Usin, Ukrainische SSR, gestorben 2009 in Gurzuf, Ukraine) war ein sowjetischer Militärpilot und Kosmonaut. Nach einer handwerklich-technischen Grundausbildung trat er in die sowjetischen Luftstreitkräfte ein und absolvierte die Militärflugschule für Jagdflieger, die er 1954 erfolgreich abschloss. In der Folge diente er als Kampfpilot, erwarb umfangreiche Flugerfahrung auf Strahlflugzeugen und qualifizierte sich durch hohe fliegerische Disziplin und technische Kompetenz. 1960 wurde Popowitsch in das erste Kosmonautenkorps der sowjetischen Luftwaffe aufgenommen. Die militärisch organisierte Ausbildung umfasste Hochleistungsflugtraining, Raumfahrtsysteme, Navigation, Fallschirmsprung- und Überlebenstraining sowie intensive medizinische Belastungstests. Aufgrund seiner fliegerischen Fähigkeiten und seiner Belastbarkeit wurde er für einen der frühen bemannten Raumflüge ausgewählt. Am 12. August 1962 startete Popowitsch mit Wostok 4 und absolvierte einen mehrtägigen Raumflug, der parallel zur Mission Wostok 3 durchgeführt wurde. Es handelte sich um den ersten formierten Doppelraumflug zweier bemannter Raumfahrzeuge, ein wichtiger militärisch-technischer Meilenstein. Seine zweite Mission führte Popowitsch 1974 als Kommandant von Sojus 14, einer militärisch ausgerichteten Mission im Rahmen des Almas-Programms, bei der Erdbeobachtung und Aufklärung im Vordergrund standen. Popowitsch blieb Berufsoffizier, erreichte den Rang eines Generals der sowjetischen Luftstreitkräfte und war anschließend in leitenden Funktionen der militärischen Raumfahrtorganisation tätig. Seine Laufbahn ist geprägt durch eine klassische militärische Pilotenausbildung, frühe Schlüsselmissionen der bemannten Raumfahrt und einen wesentlichen Beitrag zur militärischen Nutzung des Weltraums.
Vita Andrijan Nikolajew
Andrijan Grigorjewitsch Nikolajew (geboren 1929 in Schorschely, Tschuwaschische ASSR, gestorben 2004 in Moskau) war ein sowjetischer Militärpilot und Kosmonaut. Nach einer technischen Grundausbildung trat er in die sowjetischen Luftstreitkräfte ein und absolvierte ab 1950 die Militärflugschule, die er als Jagdpilot abschloss. In den folgenden Jahren diente er als Front- und Einsatzpilot und erwarb umfassende Erfahrung im Flugbetrieb unter militärischen Bedingungen. 1960 wurde Nikolajew in das erste Kosmonautenkorps der sowjetischen Luftwaffe aufgenommen. Die Ausbildung war streng militärisch geprägt und umfasste Hochleistungsflugtraining, Raumfahrttechnik, Navigation, Fallschirmsprünge, Überlebenstraining sowie medizinisch-physische Belastungstests. Aufgrund seiner körperlichen Belastbarkeit und fliegerischen Zuverlässigkeit wurde er als Pilot für einen Langzeitraumflug ausgewählt. Am 11. August 1962 startete Nikolajew mit Wostok 3 und absolvierte als erster Mensch einen mehrtägigen Raumflug (vier Tage), der entscheidende Erkenntnisse über die Auswirkungen längerer Schwerelosigkeit auf den menschlichen Organismus lieferte. 1970 folgte seine zweite Mission Sojus 9, die mit fast 18 Tagen einen neuen Langzeitrekord aufstellte und für die militärisch-strategische Raumfahrt von großer Bedeutung war. Nikolajew blieb Berufsoffizier, erreichte den Rang eines Generals der sowjetischen Luftstreitkräfte und war in der Ausbildung und Auswahl nachfolgender Kosmonautengenerationen tätig. Seine Leistungen gelten als zentral für die Entwicklung der sowjetischen Langzeitraumfahrt und deren militärisch-technische Absicherung.