Beschriftung
Mit blauer Tinte unten links signiert "Gagarin".
Kontext
Autograph
Inhalt
Autogramm des Kosmonauten Juri Gagarin. Die Aufnahme zeigt den Kosmonauten neben seiner Kollegin Walentina Tereschkowa. Aus dem Nachlass eines Angestellten des Schlosses Schönhausen, das in der DDR als Unterkunft für hohe Staatsgäste fungierte.
Maße
15 x 10,5 cm
Zustand
Die Schrift in blauer Tinte, gut lesbar und erhalten. Die Darstellung mit leichten Oberflächenblessuren, ganz leicht vergilbt, vereinzelt blass stockfleckig, etwas griffspurig und gebogen, die Kanten bestoßen, verso leicht angeschmutzt und berieben. Sonst in gutem Zustand.
Provenienz
Aus Berliner Privatbesitz.
Vita Juri Gagarin
Juri Alexejewitsch Gagarin (geboren 1934 in Kluschino bei Gschatsk, gestorben 1968 bei Nowosjolowo, Oblast Wladimir) war ein sowjetischer Pilot und Kosmonaut und der erste Mensch im Weltraum. Er studierte am Industrietechnikum in Saratow und erhielt dort 1955 ein Diplom als Gießereitechniker, zeitgleich absolvierte er ab 1955 die Militärflugschule in Orenburg, die er 1957 als Kampfpilot der sowjetischen Luftstreitkräfte abschloss. Anschließend diente er als Jagdflieger in der Nordflotte, wo er sich durch hohe fliegerische Disziplin und Belastbarkeit auszeichnete. 1960 wurde Gagarin aus mehreren tausend Bewerbern in das erste sowjetische Kosmonauten-Korps aufgenommen. Er durchlief eine intensive Ausbildung in Raumfahrtmedizin, Technik, Navigation und Zentrifugentraining. Am 12. April 1961 startete er mit der Raumkapsel Wostok 1 zu einem Erdumlauf und schrieb Geschichte als erster Mensch im All. Der Flug dauerte 108 Minuten und machte Gagarin weltweit bekannt. In der Folge übernahm er repräsentative Aufgaben für das sowjetische Raumfahrtprogramm, absolvierte jedoch parallel eine weiterführende ingenieurwissenschaftliche Ausbildung an der Militärakademie für Luftfahrttechnik Schukowski, die er 1968 abschloss. Gagarin war bis 1963 Kommandeur der sowjetischen Kosmonautengruppe und studierte danach an der Militärakademie für Ingenieure der Luftstreitkräfte „Prof. N. J. Schukowski“. Er war 1967 beim Flug von Sojus 1 als Ersatzpilot für Wladimir Michailowitsch Komarow vorgesehen – dieser kam bei der Mission ums Leben. Am 27. März 1968 verunglückte Gagarin im Alter von 34 Jahren bei einem Übungsflug mit einer MiG-15UTI tödlich. Seine Leistungen wurden mit höchsten sowjetischen Auszeichnungen geehrt, darunter der Titel Held der Sowjetunion.
Vita Walentina Tereschkowa
Walentina Tereschkowa-Nikolajewa (geboren 1937 in Maslennikowo bei Tutajew, Oblast Jaroslawl, Russische SFSR) ist eine ehemalige sowjetische Kosmonautin. Sie war im Jahre 1963 die erste Frau im Weltraum und die einzige Frau in der Raumfahrtgeschichte, die auf einer Solo-Mission flog. Nach einer Ausbildung zur Textilarbeiterin absolvierte sie parallel eine technische Weiterbildung und engagierte sich intensiv im Fallschirmsport, in dem sie mehrere hundert Sprünge absolvierte. Diese paramilitärische Qualifikation war ein zentrales Auswahlkriterium für das sowjetische Raumfahrtprogramm, da die Wostok-Kapseln eine Fallschirmlandung erforderten. 1962 wurde Tereschkowa in das speziell gebildete weibliche Kosmonautenkorps der sowjetischen Luftstreitkräfte aufgenommen. Die Ausbildung war vollständig militärisch organisiert und umfasste Raumfahrttechnik, Flug- und Navigationstheorie, Zentrifugen- und Isolationstraining, Überlebenstraining sowie intensive medizinische Belastungstests. Sie erhielt den Rang eines Leutnants der sowjetischen Luftwaffe. Am 16. Juni 1963 startete Tereschkowa mit Wostok 6 und absolvierte als erste Frau im Weltraum einen nahezu dreitägigen Alleinraumflug. Die Mission lieferte wichtige medizinische und physiologische Daten und hatte hohe militärisch-strategische Bedeutung im Kontext des Kalten Krieges. Der Raumflug wurde als vollwertige militärische Dienstleistung gewertet. Tereschkowa blieb Berufsoffizierin, absolvierte später ein Ingenieurstudium an der Militärakademie für Luftfahrttechnik Schukowski und erreichte den Rang eines Generals der sowjetischen Luftstreitkräfte. Ihre Laufbahn verbindet technische Ausbildung, paramilitärische Qualifikation und eine Schlüsselrolle in der frühen bemannten Raumfahrt.