Freimund Edlich

Schleuse bei Hinterhermsdorf

1885, Fotografie | Albuminabzug

Losnummer: 3_019

Beschreibung
Stimmungsvolle und dramaturgisch komponierte Ansicht eines Schleusenbereiches bei Hinterhermsdorf in der Sächsischen Schweiz. Die Spiegelung des Himmels im Wasser mit leichter Überbelichtung lässt ein atmosphärisches Naturschauspiel im spannungsvollen Hochformat entstehen.
Beschriftung
Im linken unteren Eck des Abzuges im Negativ bezeichnet "Edlich Dresden phot 1885". Am unteren Rand des Kartonträgers handschriftlich in Feder betitelt "Partie an der obern Schleuse bei Hinterhermsdorf".
Maße
29 x 22 cm (Träger 40 x 32 cm)

Zustand
Der Abzug ist vollständig auf einen Trägerkarton aufgezogen. Gering gebräunt bzw. gegilbt sowie partiell etwas braunfleckig. Im Übrigen wohl erhalten.
Provenienz
Aus brandenburgischem Privatbesitz.

Vita Freimund Edlich

Freimund Leberecht Gottwald Edlich (geboren 1836 in Miltitz; gestorben 1891 in Dresden) war ein deutscher Landschaftsmaler, Fotograf und Botaniker. Ab etwa 1860 wirkte er in Dresden als naturwissenschaftlicher und landschaftlicher Zeichner bzw. Maler und parallel als Fotograf. Wohl ab 1862/1863 leitete er das photographische Atelier von Ferdinand Hecker. Ab 1863 betrieb Edlich eigene Ateliers an wechselnden Dresdner Adressen und firmierte auf seinen Arbeiten teils auch als „Photo und Verlag“. Nach seinem Tod führte seine Witwe Ida Auguste Edlich das fotografische Geschäft weiter. In Sammlungsdaten ist das „Atelier Edlich“ noch bis in die Zeit nach 1890 als tätig nachweisbar. Neben der Fotografie beschäftigte sich Edlich intensiv mit Botanik: 1868 wurde er Mitglied der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft „Isis“ in Dresden und veröffentlichte im selben Jahr eine botanische Abhandlung („Über die Bildung der Farrenwedel“) mit farblithografischen Tafeln. 1869 wurde er in die Leopoldina aufgenommen. Fotohistorisch ist Edlich vor allem für Stadt- und Architekturdokumentationen Dresdens sowie für seine Landschaftsfotografie bekannt, besonders aus der Sächsischen und Böhmischen Schweiz und dem Osterzgebirge. Seine Arbeiten sind überwiegend als Albuminpapierabzüge überliefert.

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Über die Auktion

3. Auktion, Samstag 14. März 2026 | 14:00 Uhr
Friedrichstraße 232, 10969 Berlin

Einen Schwerpunkt dieser Auktion bilden Fotografien von Jean Tinguely und seinen Werken, eines der raren abstrakten Fotogramme der surrealistischen Lyrikerin Anneliese Hager und Sammlungen von Albuminabzügen Giorgio Sommers und Wilhelm Plüschows. Herausragend und selten auf dem Auktionsmarkt sind Zeichnungen der Dresdner Malerin Paula Lauenstein. Eines ihrer eindrucksvollen Selbstbildnisse wird angeboten. Das Gemälde einer impressionistisch lichtdurchfluteten Szene am Hamburger Freihafen mit viel Rauch und Sonnenlicht des Malers Ulrich Hübner bildet einen weiteren Höhepunkt der Versteigerung. Auch mehrere qualitative Tuschezeichnungen des 18. Jahrhunderts, darunter eine Landschaftsvorstudie mit überhängendem Felsen von Johann Georg von Dillis, sowie satte japanische Farbholzschnitte stehen zur Offerte. Mit dem kunstvoll gestickten Haussegen und den darauf applizierten Bildnissen der ersten Sozialdemokraten August Bebel und Wilhelm Liebknecht sowie mit einer Reihe an Autogrammen sowjetischer Kosmonauten (darunter einige von Juri Gagarin) zieht ein Stück Geschichte in die Auktion ein. Ein weiteres Highlight bilden einige Lots aus dem Nachlass des Generalintendanten der Sächsischen Staatstheater Alfred Reucker, darunter eine Mappe mit Bühnenbildentwürfen für die Uraufführung von Richard Strauss` Oper "Intermezzo".