Johann Georg von Dillis

Weg im Gebirge mit überhängendem Fels

Spätes 18. Jhd., Tusche, laviert über Bleistift | Papier vergé mit Wasserzeichen (angeschnitten)

Losnummer: 3_024

Verkauft für: 1250,00 €
inkl. Aufgeld

Beschreibung
Feine Vorzeichnung einer weiten Landschaft mit sich schlängelndem Weg entlang einer Böschung mit dramatisch hoch aufragendem und überhängendem Felsen. Einige Figuren entlang des Weges, im Hintergrund ein Gebäude angedeutet. - Rückseitig kleine Bleistiftskizzen von rastenden Schafen und Kühen sowie angezeichnete Bäume. - Die Zeichnung dürfte eine Vorstudie für eine größere, motivgleiche und noch feiner ausgearbeitete Zeichnung sein, die sich im Münchener Lehnbachhaus befindet.
Beschriftung
Im unteren linken Eck handschriftlich signiert "Georg Dillis f.[ecit]".
Maße
11 x 15,2 cm (Passepartout 20 x 34,5 cm)

Zustand
Die Zeichnung ist umlaufend unter Passepartout motniert (Rückseite sichtbar). Das Blatt etwas gebräunt, wenige winzige Braunfleckchen, die Ränder vereinzelt leicht berieben. Im Übrigen gut erhalten.
Provenienz
Aus Berliner Privatbesitz.

Vita Johann Georg von Dillis

Johann Georg von Dillis (ab 1808 „von Dillis“, auch Maximilian Johann Georg von Dillis; geboren 1759 in Grüngiebing bzw. Gmain bei Schwindkirchen in Oberbayern; gestorben 1841 in München) war ein deutscher Landschaftsmaler, Zeichner und Grafiker sowie ein einflussreicher Museums- und Sammlungsbeamter in Bayern. Aus einer Jäger- und Försterfamilie stammend, erhielt er eine solide Ausbildung, begann ein Theologiestudium und wurde 1782 zum Priester geweiht, übte das Amt jedoch nicht dauerhaft aus und arbeitete zunächst vor allem als Zeichenlehrer in adeligen Häusern. Entscheidend für seine künstlerische Entwicklung wurden Reisen und umfangreiche Skizzenpraxis: Dillis begleitete unter anderem junge Adlige auf Bildungsreisen und unternahm auch mit dem bayerischen Kronprinzen Ludwig (dem späteren Ludwig I.) Italienreisen. Berühmt wurden insbesondere seine Reiseskizzen, Natur- und Wolkenstudien sowie seine Darstellungen des ländlichen Lebens und von „Charakterköpfen“. Parallel dazu nahm er zentrale Aufgaben in der bayerischen Kunstverwaltung wahr: In seiner Amtszeit als Sammlungsdirektor wirkte er maßgeblich an der Neuordnung und Erweiterung der Bestände mit, begleitete wichtige Erwerbungen und war an der Einrichtung der neu erbauten Alten Pinakothek beteiligt. Von 1808 bis 1814 lehrte er zudem als Professor für Landschaftsmalerei an der Münchner Akademie. Dillis gilt als eine Schlüsselfigur der Kunst um 1800 in München und wird häufig als wichtigster Vertreter der sogenannten „Münchner Schule“ eingeordnet.

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Über die Auktion

3. Auktion,

Einen Schwerpunkt dieser Auktion bilden Fotografien von Jean Tinguely und seinen Werken, eines der raren abstrakten Fotogramme der surrealistischen Lyrikerin Anneliese Hager und Sammlungen von Albuminabzügen Giorgio Sommers und Wilhelm Plüschows. Herausragend und selten auf dem Auktionsmarkt sind Zeichnungen der Dresdner Malerin Paula Lauenstein. Eines ihrer eindrucksvollen Selbstbildnisse wird angeboten. Das Gemälde einer impressionistisch lichtdurchfluteten Szene am Hamburger Freihafen mit viel Rauch und Sonnenlicht des Malers Ulrich Hübner bildet einen weiteren Höhepunkt der Versteigerung. Auch mehrere qualitative Tuschezeichnungen des 18. Jahrhunderts, darunter eine Landschaftsvorstudie mit überhängendem Felsen von Johann Georg von Dillis, sowie satte japanische Farbholzschnitte stehen zur Offerte. Mit dem kunstvoll gestickten Haussegen und den darauf applizierten Bildnissen der ersten Sozialdemokraten August Bebel und Wilhelm Liebknecht sowie mit einer Reihe an Autogrammen sowjetischer Kosmonauten (darunter einige von Juri Gagarin) zieht ein Stück Geschichte in die Auktion ein. Ein weiteres Highlight bilden einige Lots aus dem Nachlass des Generalintendanten der Sächsischen Staatstheater Alfred Reucker, darunter eine Mappe mit Bühnenbildentwürfen für die Uraufführung von Richard Strauss` Oper "Intermezzo".